Handwerklich gemachte Weine...was bedeutet das eigentlich?

Wein zu machen ist eine Kunst, zumindest wenn es das Ziel des Winzers ist, individuelle und eigenständige Weine zu erzeugen abseits von uniformen und eintönigen Fruchtaromen. Die handwerkliche Arbeit des Winzers ist dafür die Basis.

Filipa Pato - Bairrada/Portugal

Was bedeutet handwerklich bei der Weinherstellung?

Es gibt zwei Hauptschritte bei der Weinbereitung, die Weinbergsarbeit und die Kellerarbeit. Entscheidend für gesundes und reifes Traubenmaterial und damit auch für die Qualität ist die Arbeit im Weinberg. Unser VDP-Winzer Jochen Beurer aus dem Remstal/Württemberg bringt es auf den Punkt: „Alles, was man für den Wein braucht, ist in und auf der Traube.“ Auf der Beerenhaut sitzen sämtliche Aromen, Farbstoffe und auch Hefen. Die Konzentration der Aromen und der Zustand der Beeren hängt sowohl vom Alter der Reben als auch der Vitalität der Böden ab.

Die Aktivität der Böden zu gewährleisten und damit auch die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen zu stärken ist Aufgabe des Winzers. Je schonender die Boden- und Rebpflege erfolgt, desto mehr Handarbeit ist erforderlich. Eine natürliche Bewirtschaftung mit Respekt vor der Natur, ob biologisch/biodynamisch oder auch konventionell, aber ohne Einsatz von Pestiziden und möglichst geringer Verwendung von Chemikalien ist für mich immer unabdingbar, damit der Winzer es in unser Sortiment schafft.

Authentischer Herkunftscharakter

Für gute Weinbergsarbeit bedarf es einer genauen Beobachtung des Weinbergs, seiner Pflanzen und seiner Umwelt. Je kleiner der Betrieb, desto mehr Übersicht und Zeit kann der Winzer seinen Zöglingen widmen. Diese Arbeit im Weinberg ist der Schlüssel für gutes Traubenmaterial, aus dem individueller Charakter im Wein entsteht. Sven Leiner aus Ilbesheim/Pfalz: „Ein gesunder Weinberg ist die Voraussetzung für authentischen Herkunftscharakter.“ Im Keller geht es für den Winzer darum, möglichst viel von der Qualität zu bewahren. Der Faktor Zeit ist jetzt wichtigster Freund des Kellermeisters. Je langsamer der Ausbau von der Gärung bis zur Flaschenreifung erfolgt, desto vielschichtiger und alterungsfähiger werden die Tropfen.

Axel Pauly - Lieser/Mosel

Uniforme Weine aus industrieller Produktion als Gegensatz

Das Gegenteil dieser Philosophie ist die industrielle Produktion, bei der Menge und Preis im Vordergrund stehen. Schnelligkeit und Effektivität sind die entscheidenden Faktoren. Der Wein wird vorwiegend im Keller gemacht, um Fehler oder Qualitätsverluste im Lesegut durch Korrekturen auszugleichen. Hierzu werden physikalische und chemische Mittel genutzt, um z.B. die Gerbstoffe weicher zu machen, dem Wein Säure zu entziehen gleichzeitig im Gegenzug aber kräftig aufzuschwefeln um der fehlenden natürlichen Stabilisierung durch die Säure entgegenzuwirken.

Filipa Pato - Bairrada/Portugal

Das Ergebnis sind austauschbare Weine mit einem Einheitsgeschmack nach uniformen Fruchtaromen, denen aber meist jegliche Komplexität fehlt. Kommt nun gutes Marketing in Form eines kreativen Namens und Etiketts hinzu gepaart mit einem billigen Preis ist die Verlockung groß, den Wein aus dem Regal in den Einkaufswagen zu legen.

Weingenuss auf handwerkliche Art erlebbar machen

Dies gibt es in der Weinvertikale nicht! Bei uns geht Geschmack vor Preis. Die handwerkliche Arbeit des Winzers ist einfach nicht für 5,- € oder gar billiger zu haben. Die größte geschmackliche Weiterentwicklung erfolgt bei einem Sprung des Preisniveaus von 5,- € in Richtung 10,- €. Hier wird trinken zum Genuss. Was jemand bereit ist für eine Flasche Wein auszugeben, muss jeder für sich persönlich entscheiden. Wir möchten aber mit unserer Philosophie das Thema Genuss auf handwerkliche Art für jeden erlebbar machen.