Weinwelten Österreich

Kennen Sie das neue Österreich und seine moderne Weinwelt? Seit dem Weinskandal der 80er Jahre hat sich vieles in unserem Nachbarland getan. Eine neue Qualitätsstruktur mit vielen jungen Winzern, hat die Weinlandschaft komplett verändert. Heute gehört Österreich in der Weinwelt Europas mit zur Spitze.

Entdecken Sie in unserer Weinwelt - Österreich wissenswertes und hintergründiges Know-How zu den Anbauregionen wie z.B. dem Kamptal oder der Steiermark. Aber auch der autochthone Rebsortenschatz Österreichs hat viel zu bieten mit Grüner Veltliner, Zweigelt, Blaufränkisch, Traminer, Muskateller & Co. Aber auch unbekanntere Rebsorten wie Roter Veltliner werden wiederentdeckt. Kommen Sie mit auf eine Reise durch die österreichische Weinwelt von der der Wachau bis in die Südsteiermark.

Die Weinbaugebiete Österreichs liegen klimatisch bedingt im Osten der Republik. 4 Hauptanbaugebiete werden unterteilt: Niederösterreich (28.200 ha), Burgenland (12.300 ha), Steiermark (4.300 ha) und Wien (600 ha) mit 17 einzelnen Weinbaugebieten.
Paradox, aber Österreich konnte nichts besseres passieren als der Weinskandal in den 80er Jahren. Die nachfolgenden Veränderungen mit neuen Strukturen waren die Basis für die hochwertigen Weinqualitäten. Österreich ist inzwischen ein Vorbild für viele andere Weinbauländer.
Die neue Winzergeneration setzt mittels Ertragsreduzierung, moderner Technik, aber auch biologischen Anbau voll auf Qualität. Eine klare Qualitätspyramide an deren Spitze die gebietstypischen DAC-Weine stehen, geben diesen Ambitionen das notwendige Fundament.
Niederösterreich ist mit 28.200 ha die mit Abstand größte Weinbauregion in Österreich und umfasst 7 einzelspezifische Anbaugebiete: Wachau, Kremstal, Kamptal, Wagram, Thermenregion, Carnuntum, Weinviertel.
Dominant ist in Niederösterreich der Grüne Veltliner in all seinen Spielarten und Qualitäten, insbesondere in der Einzellage. Besonderen Status hat die Wachau mit ihrem eigenständigen Qualitätssystem und Bezeichnungen Steinfeder, Federspiel und Smaragd.
Die Rotweinhochburg Burgenland besteht aus den 5 DAC-Gebieten Mittelburgenland, Leithaberg, Eisenberg, Neusiedlersee sowie die 2018 neu eingerichtete Großlage Rosalia. Über die Hälfte der Fläche ist mit roten Trauben bestückt, allen voran Zweigelt und Blaufränkisch.
Die Rebsortenpalette der Winzer im Burgenland ist in der Regel sehr breit. Neben Zweigelt und Blaufränkisch kommen häufig noch St. Laurent, Rösler, Cabernet Sauvignon sowie Syrah und Merlot hinzu. Dennoch werden die Weißen nicht vernachlässigt.
Die Steiermark hat einen ganz eigenen Charakter mit seinen vorwiegend weißen Weinen. Unterteilt ist die Großregion in die Südsteiermark, die Weststeiermark sowie das Vulkanland Steiermar.
Sauvignon Blanc und Chardonnay (alias Morillon) sind die beiden Qualitätsrebsorten, die den Ton in der Steiermark angeben. Klassisch im Edelstahl bis hin zu holzbetonten Tropfen auf höchstem Niveau. Besonderheit: Schilcher aus der Rebsorte Blauer Wildbacher!
Wien ist berühmt für seinen "Wiener Gemischten Satz". Keine Cuvée, sondern hier wachsen die verschiedenen Rebsorten alle in einem Weinberg durcheinander und werden im Anschluss gemeinsam gekeltert, was zu einer unverwechselbaren Einzigartigkeit führt.

Die Weine aus dem Kamptal (knapp 4000 ha) gehören mit zum Besten, was Österrreich zu bieten hat. Finessenreiche Grüne Veltliner und Rieslinge mit kompakter Struktur und oft milder Säure prägen den Weinstil der DAC-Region nordöstlich der Wachau.  
Ein Highlight im Kamptal ist der Besuch des Loisium in Langenlois. Die moderne Architektur von Steven Holl beherbergt eines der spannendsten Museen zum österreichischen Wein. In der unterirdischen Kellerwelt und bei Weinproben lernt man Österreichs Weinwelt kennen.
Unter dem Motto "Klein aber Fein" entstehen auf 3.900 ha Rebfläche Spitzenqualitäten aus Grünem Veltliner und Riesling. Top-Winzer und Weingüter wie Bründlmayer, Fred Loimer, Jurtschitsch oder Schloss Gobelsburg sind hier zuhause!
Das Terroir mit seinem Klima ist geprägt durch das Aufeinandertreffen vom kontinentalen Klima im Osten sowie dem feucht-kühlen Einfluss aus dem Nordwesten. Die Böden bestehen aus Löss, Lehm, Schotter und Sandstein und ergeben häufig eine kräftig-weiche Weinstilistik.
Die Top-Lage im Kamptal ist der Heiligenstein. An seinen steilen Flanken bleibt kein Löss hängen, so dass die Sandsteinböden mit vulkanischen Bestandteilen sehr karg sind. Die intensive Sonneneinstrahlung ist die Basis für mineralisch Rieslinge mit langem Lagerpotential.
Ein weiteres kulturelles Highlight der Region ist Schloss Grafenegg. Hier finden im Sommer in der modernen Arena des Wolkenturms Klassikkonzerte unter freiem Himmel statt. Im angeschlossenen Haubenrestaurant wird das leibliche Wohl auf exklusive Art befriedigt.

Das Wagram teilt sich in zwei eigenständige Bereiche nördlich und südlich der Donau. Die mächtige Geländestufe östlich an das Kamptal angrenzend im Norden. Im Süden die kleinen Orte des Tullnerfels mit der weltweit bekannten Weinbauschule Klosterneuburg.
Das Wagram ist sehr kleinteilig mit fast 1000 Winzern, die sich eine Rebfläche von ca. 2.700 ha teilen. 2007 wurde die Region "Donauland" in "Wagram" umgetauft, so dass der Gebietsname noch nicht sehr geläufig ist. Die Qualitäten vieler Winzer sind jedoch beachtenswert.
Man könnte das Wagram auch als Veltliner-Land bezeichnen. Fast die Hälfte der Region ist mit Grüner Veltliner bepflanzt. Hinzu kommt noch der säurearme Frührrote Veltliner und die zwischenzeitlich schon fast ausgestorbene weiße Rebsorte Rote Veltliner.
Die Böden sind auf der nördlichen Geländestufe durch eine mächtige Löss-Schicht gekennzeichnet. Mit dem warmen Klima werden die Weine sehr fruchtbetont und weich. Selbst Riesling wirkt auffallend rund und harmonisch mit Aromen, die an Marille erinnern.

Mehr als 1/4 der Rebfläche Österreichs entfällt auf das Burgenland an der Grenze zu Ungarn. Die autochthonen roten Rebsorten Zweigelt und Blaufränkisch dominieren, aber auch Merlot, Syrah und Cabernet Sauvignon werden vermehrt in höherwertigen Qualitäten verwendet.
Östlich vom Neusiedlersee entstehen vor allem kraftvolle, weiche Rotweine, während von den kalk- und schieferhaltigen Hängen des Leithabergs neben Blaufränkisch auch mineralische Weißweine aus Chardonnay und Weißburgunder kommen.
Topographisch ist für das nördliche Burgenland der Neusiedlersee mit seiner feuchten Luft und der Leithaberg wichtig, der das Anbaugebiet vor den kühlen Winden aus dem Nordwesten schützt. Klimatisch ist der kontinentale Einfluss der panonischen Ebene aus Ungarn eminent.
Rund um den Neusiedlersee liegen auch die Weingüter einiger Top-Produzenten aus ganz Österreich. So kommen aus dieser Region so klangvolle Namen wie Alois Kracher, Gernot Heinrich, Feiler-Artinger oder auch Hans Tschida und Triebaumer.
Eine Besonderheit der Region ist der Ruster Ausbruch. Ein Süßwein, der erst durch das besondere Mikroklima mit seinen feucht-kühlen Nächten entstehen kann. Der Botrytis-Pilz sorgt dafür, dass das Wasser in den Beeren verdunstet und der Zuckergehalt konzentriert.
Wer die Region für einen vinophilen Urlaub nutzen möchte, für den sei als Ausgangspunkt die Freistadt Rust mit seiner schönen Altstadt und Lage direkt am Neusiedlersee empfohlen. Die historische Altstadt von Rust gehört u.a. zum Weltkulturerbe Neusiedler See.

Der Klapotetz ist ein Windrad, welches als Vogelscheuche dient und gleichzeitig als Wahrzeichen der Steiermark gilt. Die Steiermark wird traditionell von den weißen Rebsorten Welschriesling und Sauvignon Blanc dominiert, wobei Morillon alias Chardonnay nicht fehlen darf.
Die drei Gebiete Weststeiermark, Südsteiermark und Vulkanland Steiermark wurden 2018 alle als DAC-Gebiet deklariert. Aus der wunderschönen Südsteiermark mit seinen Steilhängen kommt ein unverwechselbar aromatischer und frischer Sauvignon Blanc.
Weiter östlich im Vulkanland Steiermark herrscht eine große Vielfalt an Rebsorten vor, von denen der sehr aromatische Traminer einen besonderen Status innehat. Auf den vielfältigen Böden aus Tuff, Basalt, Lehm bis hin zu Schiefer wachsen besonders fein-würzige Weine.
Die Top-Qualitäten stammen aus Sauvignon Blanc und Chardonnay, hier Morillon genannt. Der Holzeinsatz vor allem beim Morillon erfordert vom Weinkenner oft einiges an Geduld, wird dafür dann aber belohnt. Tropfen vom Weingut Tement zeigen das Potential eindrucksvoll.
Wer die Weinvielfalt der Steiermark an der slowenischen Grenze kennenlernen möchte, kann dies am besten mit einem Besuch in einem der zahlreichen Buschenschänken entlang der 8 Weinstraßen der Region oder bei einem Winzerbesuch. 
Neben Wein wird in der Steiermark auch viel Holunder angebaut sowie Kürbiskernöl hergestellt. Berühmt ist auch die Vulcano Schinkenmanufaktur, die vor Ort in Auersbach besichtigt werden kann.